{"id":61,"date":"2015-02-27T16:26:31","date_gmt":"2015-02-27T15:26:31","guid":{"rendered":"http:\/\/sv-poesel.de\/?p=61"},"modified":"2015-02-27T16:31:35","modified_gmt":"2015-02-27T15:31:35","slug":"bodenwert-grundstueck-grundbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sv-poesel.de\/?p=61","title":{"rendered":"Bodenwert, Grundst\u00fcck, Grundbuch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bodenwert<\/strong>: Der Wert eines Grundst\u00fcckes bestimmt sich <em>unter Ber\u00fccksichtigung der Lage und der Nutzbarkeit<\/em> danach, welchen Wert der gew\u00f6hnliche Gesch\u00e4ftsverkehr dem Boden beimisst. Nicht ber\u00fccksichtigt werden sonstige wertrelevante Umst\u00e4nde, wie z.B. Rechte + Belastungen des \u00f6ffentlichen + privaten Rechts, wertvoller Aufwuchs + Altlasten, sowie bauliche Anlagen. Der Begriff ist an keiner Stelle definiert.<br \/>\n<strong>Bodenwertansatz<\/strong>: Grunds\u00e4tzlich ist bei der Wertermittlung bebauter Grundst\u00fccke die Bebauung nicht zu ber\u00fccksichtigen (freigelegter Bodenwert).<br \/>\nAusnahme: Bei wirtschaftlich nicht optimal genutzten Grundst\u00fccken (bauliche Unter- oder \u00dcberausnutzung). Ist Liquidation aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich, bzw. scheidet aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden aus, ist im Sachwertverfahren der <em>restnutzungsdauerabh\u00e4ngige BW<\/em> anzusetzen (bei tats\u00e4chlich vorhandener Nutzung, welche zeitlich befristet von der optimalen und zul\u00e4ssigen Nutzung abweicht, nach Sprengnetter).<br \/>\nViele Argumente sprechen gegen eine D\u00e4mpfung des Bodenwertes bebauter Grundst\u00fccke.<br \/>\n<strong>\u00a0Zustandsmerkmale<\/strong> (Wertbeeinflussende Merkmale): <em>Lage, Gr\u00f6\u00dfe, Entwicklungs- und Erschlie\u00dfungszustand, Art und Ma\u00df der baulichen Nutzung, Bodenbeschaffenheit<\/em>, sowie<em> Grundst\u00fccksgestalt.<br \/>\n<\/em><strong>Bodenrichtwerte <\/strong>(BRW, \u00a7 196 BauGB, sowie \u00a7 13 WertV): Durchschnittlicher Lagewert des Bodens f\u00fcr Gebiete mit im Wesentlichen <em>gleichen Lage- und Nutzungsverh\u00e4ltnissen<\/em>. Er wird ermittelt f\u00fcr <em>unbebaute<\/em> Grundst\u00fccke pro Quadratmeter Grundst\u00fccksfl\u00e4che. Geeignete BRW k\u00f6nnen neben oder anstelle von Vergleichspreisen zur Ermittlung von Bodenwerten herangezogen werden. Unterschiede des gegenst\u00e4ndlichen Grundst\u00fcckes vom BRW in den Wertbeeinflussenden Merkmalen sind zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\n<strong>Geeignete <\/strong>BRW: Sind entsprechend den \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnissen hinreichend bestimmt bez\u00fcglich der <em>Lage<\/em>, des <em>Entwicklungs- und Erschlie\u00dfungszustandes<\/em>, nach <em>Art und Ma\u00df der baulichen Nutzung<\/em> und der <em>Grundst\u00fccksgestalt<\/em>.<br \/>\n<strong>Allgemeine<\/strong> BRW sind lt. \u00a7 196 BauGB i.d.R. <em>am Ende eines Jahres<\/em> vom Gutachterausschuss zu ermitteln und zu ver\u00f6ffentlichen.<br \/>\n<strong>Besondere <\/strong>BRW: ein davon (wie vor) abweichender Zeitpunkt. Z.B. BRW in Sanierungsgebieten sind auf den Grundst\u00fcckszustand des Anfangs- oder Endwertes abgestellt.<br \/>\n<strong>Bodenbeschaffenheit<\/strong>: topographische und physische Eigenschaften des Grund und Bodens und seine Eignung als Baugrund. Besondere Gr\u00fcndungskosten sind z.B. Pfahlgr\u00fcndung, Grundwasserverh\u00e4ltnisse.<br \/>\n<strong>Ma\u00df<\/strong> der <strong>baulichen Nutzung<\/strong>: GRZ, GFZ, BMZ, Zahl der Vollgeschosse, H\u00f6he der baulichen Anlagen, Baugrenzen, Trauf- + Drempelh\u00f6he, Firsth\u00f6he, Dachform und -neigung.<br \/>\n<strong>Art<\/strong> der <strong>baulichen Nutzung<\/strong> (Gebietstypen der BauNVO):<br \/>\nKleinsiedlungsgebiete WS, reine Wohngebiete WR, allgemeine Wohngebiete WA, besondere WB, Dorfgebiete MD, Mischgebiete MI, Kerngebiete MK, Gewerbegebiet GW, Industrie- GI + Sondergebiete SO.<br \/>\n<strong>Geschossfl\u00e4chenzahl<\/strong> GFZ: Quotient aus der planungsrechtlich zul\u00e4ssigen oder tats\u00e4chlich vorhandenen Geschossfl\u00e4che und der Grundst\u00fcckfl\u00e4che.<br \/>\n<strong>Grundfl\u00e4chenzahl<\/strong>: Quotient aus der bebaubaren Fl\u00e4che (zul\u00e4ssig oder vorhanden) und der Grundst\u00fccksfl\u00e4che.<br \/>\n<strong>Baumassenzahl<\/strong>: Quotient aus dem zul\u00e4ssigen und dem tats\u00e4chlich vorhandenen Volumen des Bauk\u00f6rpers.<br \/>\n<strong>Umrechnungskoeffizienten<\/strong> f\u00fcr: Unterschiede im Ma\u00df der baulichen Nutzung, Grundst\u00fccksgr\u00f6\u00dfe- und Tiefe, Wohnungsgr\u00f6\u00dfen, Marktanpassungsfaktoren.<br \/>\n<strong>\u00dcberbaubare Grundst\u00fccksfl\u00e4che<\/strong> (Baufenster, BauNVO): begrenzt durch Baugrenze, -linie und Bebauungstiefe.<br \/>\n<strong>Baugrenze<\/strong>: Grenze der \u00fcberbaubaren Grundst\u00fccksfl\u00e4che, die <em>nicht \u00fcberschritten werden darf<\/em>.<br \/>\n<strong>Baulinie<\/strong>: Grenzlinie der \u00fcberbaubaren Fl\u00e4che, auf der <em>gebaut werden muss<\/em>.<br \/>\n<strong>Bebauungstiefe<\/strong>: darf <em>nicht \u00fcberschritten werden<\/em>.<br \/>\n<strong>Abstandsfl\u00e4che<\/strong> (Grenzabst\u00e4nde, \u201eBauwich\u201c): Abstand eines Geb\u00e4udes von der Grundst\u00fccksgrenze (i.d.R. 3 m).<br \/>\n<strong>Offene Bauweise<\/strong>: Einzelh\u00e4user und Hausgruppen mit einer L\u00e4nge von h\u00f6chstens 50 m.<br \/>\n<strong>Geschlossenen Bauweise<\/strong> Errichtung der Geb\u00e4ude ohne Abstandsfl\u00e4chen.<br \/>\n<strong>Zugang<\/strong> f\u00fcr Sachverst\u00e4ndige <strong>zur Kaufpreissammlung<\/strong>: Bei berechtigtem Interesse, das beim Gutachterausschuss glaubhaft darzulegen ist. Ein allg. Recht besteht nicht. Nicht so in Berlin.<strong><br \/>\n<\/strong>Aufgaben des <strong>Gutachterausschuss<\/strong>es :<br \/>\n&#8211; Erstattung von Verkehrswertgutachten,<br \/>\n&#8211; F\u00fchrung und Auswertung der Kaufpreissammlung,<br \/>\n&#8211; Ermittlung von Bodenrichtwerten + sonstigen f\u00fcr die Wertermittlung erforderlichen Daten.<br \/>\n<strong>Bodenwertermittlung von Bauerwartungs- und Rohbauland<\/strong>:<br \/>\n&#8211; aus Vergleichspreisen (2 Zeitspannen: allg. Wertverh\u00e4ltnisse zum Kauf, unterschiedliche Bauerwartung),<br \/>\n&#8211; aus Anfangswerten aus Umlegungsgebieten,<br \/>\n&#8211; <em>deduktive Wertermittlung<\/em> (Wertzu- und -abschl\u00e4ge zwecks Anpassung an das Bewertungsgrundst\u00fcck)<strong>.<br \/>\n<\/strong>Verfahren zur Ermittlung der <strong>Sanierungsbedingten Bodenwerterh\u00f6hung<\/strong>,<br \/>\n&#8211; Vergleichswertverfahren, Kaufpreise vergleichbarer Gebiete,<br \/>\n&#8211; Relatives Lagewertverfahren, \u00fcber Mittelwert des Quotienten aus Kaufpreis und Lagewertigkeit,<br \/>\n&#8211; Lappe, deduktive Sch\u00e4tzung der Bodenwerterh\u00f6hung,<br \/>\n&#8211; Schmalgeier \u2013Verfahren, aus Erdgeschossmieten werden Relationen zum BW ermittelt,<br \/>\n&#8211; Zielbaummethode, Wichtung von Kategorien, zu ungenau und daher \u00fcberholt,<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Erschlie\u00dfungsrecht<\/span> nach BauGB<br \/>\n<strong>Erschlie\u00dfung<\/strong>: bedeutet inhaltlich die \u00f6ffentliche Verkehrserschlie\u00dfung, Versorgung mit Wasser und Strom, sowie Abwasserbeseitigung.<br \/>\nErschlie\u00dfung in \u00a7 30 \u2013 35: <em>grundst\u00fccksbezogen<\/em>, bei der Zul\u00e4ssigkeit von Vorhabe ist die ausreichende, bzw. gesicherte Erschlie\u00dfung zu beurteilen.<br \/>\nErschlie\u00dfung in \u00a7 123ff: <em>gebietsbezogen<\/em>, regelt Erschlie\u00dfungsbeitrag, Abgabenerhebung nach Landesrecht durch die Gemeinde. Geregelt im BauGB wegen der eingeschr\u00e4nkten Bundeskompetenz <em>nur Grunderwerb und erstmalige Herstellung<\/em> z.B. f\u00fcr Stra\u00dfen, Wege, Park- u. Gr\u00fcn- + Immissionsanlagen (au\u00dfer Kinderspielpl\u00e4tze).<br \/>\n<strong>Erschlie\u00dfungsbeitrag<\/strong> (\u00a7 127 BauGB): \u00d6ffentliche Abgabe der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer zur Finanzierung der Erschlie\u00dfung ihrer Grundst\u00fccke.<br \/>\nIst ein Grundst\u00fcck erchlie\u00dfungsbeitragspflichtig (<em>ebpl<\/em>.), erfolgt der Ansatz der Erschlie\u00dfungsbeitr\u00e4ge vorzugsweise als \u201ebesondere wertbeeinflussende Umst\u00e4nde\u201c (<em>wbu<\/em>). Oder: 2 Bodenwerte: BW-Verzinsung mit BW ebf und Geb\u00e4udeertrag zuz\u00fcglich BW ebpf.<br \/>\nIn Sanierungsgebieten sind keine Erschlie\u00dfungsbeitr\u00e4ge zu entrichten, da sie als sanierungsbedingte Wertsteigerung abgesch\u00f6pft werden.<br \/>\n<strong>Erschlie\u00dfungslast<\/strong>: Pflicht der Gemeinde zur \u00f6ffentlichen Erschlie\u00dfung im Rahmen der Daseinsvorsorge ohne Rechtsanspruch.<br \/>\n<strong>Erschlie\u00dfungsvertrag<\/strong>: \u00dcbertragung der \u00f6ffentlichen Aufgabe zur Erschlie\u00dfung auf einen privaten Erschlie\u00dfungstr\u00e4ger.<br \/>\n\u201e<strong>private Erschlie\u00dfung<\/strong>\u201c: Im Vergleich zur \u00f6ffentlichen Erschlie\u00dfung \u00fcbernimmt ein privater Dritter durch Vertrag die \u00f6ffentliche Aufgabe der Erschlie\u00dfung. Private Erschlie\u00dfung muss \u00f6ffentlich-rechtlich gesichert sein. F\u00fchrt die Gemeinde die Erschlie\u00dfung selbst durch, tr\u00e4gt sie im Gegensatz zum privaten Erschlie\u00dfungstr\u00e4ger 10% der Kosten.<br \/>\nWeitere \u00f6ffentliche Erschlie\u00dfungslasten:<br \/>\n&#8211; Ausbaubeitr\u00e4ge (nach Kommunalabgabengesetz, KAG): Verbesserung und Erhaltung der Erschlie\u00dfungsanlagen;<br \/>\n&#8211; Naturschutzbeitr\u00e4ge nach \u00a7 135a;<br \/>\n&#8211; Ausgleichsbetr\u00e4ge f\u00fcr Sanierungs- oder Entwicklungsma\u00dfnahmen;<br \/>\n&#8211; Beitr\u00e4ge nach AVB (Wasser, Strom, Gas, Abwasser, W\u00e4rme);<br \/>\n&#8211; Naturschutzrechtliche Ausgleichsfl\u00e4chen, bzw. Ausgleichsma\u00dfnahmen nach \u00a71 BauGB:<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Grundst\u00fcck<\/span><\/strong>, <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Grundbuch<\/span><br \/>\nGegenstand der Wertermittlung<\/strong>: Das Grundst\u00fcck einschlie\u00dflich seiner Bestandteile sowie des Zubeh\u00f6rs (oder Grundst\u00fccksteile, einzelne Bestandteile, oder einzelnes Zubeh\u00f6r). Bestandteil und eigenst\u00e4ndiger Gegenstand k\u00f6nnen auch Rechte an Grundst\u00fccken sein.<br \/>\n<strong>Grundst\u00fcck<\/strong>: Im Rechtssinn, bzw. im Sinne des Grundbuches: ein <em>im Liegenschaftskataster erfasster abgegrenzter Teil der Erdoberfl\u00e4che<\/em>, der <em>im Grundbuch auf einem besonderen Blatt oder unter einer besonderen Nummer<\/em> gef\u00fchrt wird. Mehrere Flurst\u00fccke k\u00f6nnen ein Grundst\u00fcck bilden, umgekehrt nicht.<br \/>\n<strong>Flurst\u00fcck<\/strong>: Z<em>usammenh\u00e4ngender Teil der Erdoberfl\u00e4che<\/em>, der <em>in der Flurkarte unter einer besonderen Nummer<\/em> aufgef\u00fchrt ist.<br \/>\n<strong>Wesentliche Bestandteile<\/strong> (BGB \u00a7 93- 95): Die mit dem Grundst\u00fcck<em> fest verbundenen <\/em>Sachen, die nicht ohne Zerst\u00f6rung voneinander getrennt werden k\u00f6nnen, insbesondere <em>Geb\u00e4ude (bauliche Anlagen) und Pflanzen<\/em>.<br \/>\n<strong>Scheinbestandteile<\/strong>: Sachen, die nur zu einem<em> vor\u00fcbergehenden Zweck <\/em>mit dem Grund + Boden verbunden sind, insbesondere dann, wenn die sp\u00e4tere Trennung vom Grundst\u00fcck von Anfang an beabsichtigt ist (z.B. <em>Gew\u00e4chsh\u00e4user und Fertiggaragen<\/em>, die ohne Zerst\u00f6rung an anderer Stelle wieder aufgebaut werden k\u00f6nnen oder <em>Mietereinbauten<\/em>, die wieder entfernt werden m\u00fcssen). Einbauk\u00fcche?<br \/>\n<strong>Zubeh\u00f6r <\/strong>eines Grundst\u00fcckes: <em>bewegliche Sachen<\/em>, die <em>ohne Bestandteil der Hauptsache zu sein<\/em>, dem <em>wirtschaftlichen Zweck der Hauptsache<\/em> dienen und zur Hauptsache in einem r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnis stehen. Gegenst\u00e4nde, die zur bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Nutzung des Grundst\u00fcckes notwendig sind, z.B. <em>Maschinen<\/em> oder die <em>Einrichtung<\/em> einer Gastwirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Grundbuch<\/strong>: Bestandteile und Inhalt,<br \/>\n<em>Deckblatt <\/em>: Ordnungsangaben, z.B. Amtsgericht, Grundbuchbezirk.<em>Bestandsverzeichnis <\/em>: Grundst\u00fccke, grundst\u00fccksgleiche Rechte, Miteigentumsanteile, ggf. Herrschvermerk.<br \/>\n<em>Erste <\/em>Abteilung : Eigent\u00fcmer.<br \/>\n<em>Zweite <\/em>Abteilung : Belastungen, mit Ausnahme der Grundpfandrechte (vormals Servitutenbuch in S\u00fcddeutschland).<br \/>\n<em>Dritte <\/em>Abt.: Hypotheken, Grund- + Rentenschulden und die sich darauf beziehenden Vormerkungen.<br \/>\nBesonderen Grundbuchblatt: wird angelegt f\u00fcr <em>Wohneigentum<\/em>, sowie <em>Erbbaurecht<\/em>.<br \/>\n<strong>Rangverh\u00e4ltnis<\/strong> mehrerer Belastungen (\u00a7 879 BGB): Priorit\u00e4ts- oder Vorrang- (Lokus-) Prinzip, bestimmt sich nach der Reihenfolge der Eintragungen in verschiedenen Abteilungen. Bei Eintragungen in verschiedene Abt. entscheidet das Datum. Wenn gleiches Datum, dann sind Belastungen gleichrangig. Verschiebungen aufgrund rechtl. Vereinbarungen sind m\u00f6glich. \u00d6ffentl. Lasten gehen vor.<br \/>\n<strong>Grundakte<\/strong>: f\u00fcr jedes Grundbuchblatt werden sog. Grundakten gef\u00fchrt. Diese tragen dieselben Ordnungsmerkmale wie das zugeh\u00f6rige Grundbuchblatt. In den Grundakten werden alle <em>Urkunden und Dokumente<\/em> aufbewahrt, auf die sich eine Eintragung im Grundbuchblatt gr\u00fcndet oder auf die im Grundbuchblatt Bezug genommen wird. Die in den Grundakten vorhandenen Urkunden + Dokumente gelten als Grundbuchinhalt, soweit sich eine Eintragung im Grundbuchblatt darauf bezieht.<br \/>\n<strong>Realfolium<\/strong>: F\u00fcr jedes <em>Grundst\u00fcck<\/em> wird ein Grundbuchblatt angelegt.<br \/>\n<strong>Personalfolium<\/strong>: F\u00fcr die jeweiligen <em>Grundst\u00fccke eines Eigent\u00fcmers<\/em> wird ein Grundbuchblatt angelegt.<br \/>\n<strong>\u00dcbereignung<\/strong>: des Eigentums durch <em>Einigung<\/em> zwischen Erwerber und Ver\u00e4u\u00dferer, sowie die <em>\u00dcbergabe<\/em> der Sache an den Erwerber. Zur \u00dcbereignung bedarf es der <em>Auflassung<\/em> (Einigung vor dem Notar, notarieller Kaufvertrag) und <em>Eintragung ins Grundbuch<\/em>, sowie der<em> Schl\u00fcssel\u00fcbergabe<\/em>.<br \/>\nEinigung und \u00dcbergabe entfallen in Sonderf\u00e4llen, z.B. bei der Zwangsversteigerung, der Umlegung und im Erbschaftsfall.<br \/>\n<strong>Grundbucheintragung<\/strong>: genie\u00dft \u00f6ffentlichen Glauben, au\u00dfer m\u00b2- Angaben.<br \/>\n&#8211; <em>Auflassungsvormerkung<\/em>: verhindert den gutgl\u00e4ubigen Erwerb durch Dritte. Ab Besitz\u00fcbergabe tr\u00e4gt der Erwerber die Gefahren des Grundst\u00fcckes. Er hat das Recht Nutzen zu ziehen und die mit dem Grundst\u00fcck verbundenen Rechte wahrzunehmen. Mit Gefahren\u00fcbergang tr\u00e4gt der K\u00e4ufer die Preisgefahr (Gefahr des zuf\u00e4lligen Untergangs und der zuf\u00e4lligen Verschlechterung).<br \/>\n&#8211; <em>Sanierungs- oder Umlegungsvermerk<\/em>: Einschr\u00e4nkung der Verkehrsf\u00e4higkeit eines Grundst\u00fcckes wegen Genehmigungspflichten (\u00a7 144 BauGB), oder Verf\u00fcgungs- u. Ver\u00e4nderungssperre (\u00a7 51 BauGB).<br \/>\n<strong>Ohne Grundbucheintragungen: <\/strong> gesetzliche und privatrechtliche Rechte + Lasten, wie<br \/>\n&#8211; pers\u00f6nliche Rechte (dinglich nicht mit notariellem \u00dcberlassungsvertrag gesicherte obligatorische Rechte).<br \/>\n&#8211; schuldrechtliche Anspr\u00fcche, wie z.B. Miete + Pacht sowie schuldrechtliche Vorkaufsrechte.gesetzliche, nachbarrechtliche Beschr\u00e4nkungen des Grundeigentums, wie z.B. Notweg + \u00dcberbau.<br \/>\n&#8211; nachbarrechtliche Beschr\u00e4nkungen durch Landesrecht (\u00f6ffentlich rechtliche Beschr\u00e4nkungen), wie z.B. Leitungs-, Hammerschlags-, Fenster- + Lichtrecht, Beschr\u00e4nkungen durch B-plan oder Denkmalschutz.<\/p>\n<p><strong>Besitzer<\/strong> ist (im Gegensatz zum Eigent\u00fcmer), wer die <em>tats\u00e4chliche Herrschaft<\/em> (k\u00f6rperliche Gewalt) aus\u00fcbt, z.B. der Mieter einer Wohnung, bzw. der K\u00e4ufer des Grundst\u00fcckes ab \u00dcbergabe bis zur Grundbucheintragung.<br \/>\n<strong>Befreiter Vorerbe<\/strong>: Ist von der Zustimmung der Nacherben befreit, darf \u00fcber das geerbte Grundst\u00fcck frei verf\u00fcgen.<br \/>\n<strong>Sachm\u00e4ngelhaftung:<\/strong> M\u00f6glichkeit der Wandlung (Grundst\u00fcckskaufvertrag r\u00fcckg\u00e4ngig machen) und Minderung (des Kaufpreises).<br \/>\n<strong>Herrschvermerk<\/strong>: Ist ein Grundst\u00fcck durch ein Recht beg\u00fcnstigt (z.B. Wegerecht), kann ein Herrschvermerk in das Bestandsverzeichnis des Grundbuches eingetragen werden. (s. auch Rechte + Belastungen)<br \/>\n<strong>Teilungserkl\u00e4rung<\/strong> (\u00a7 8 WEG): Erkl\u00e4rung gegen\u00fcber Grundbuchamt, dass das Eigentum an einem Grundst\u00fcck in der Weise in <em>Miteigentumsanteile <\/em>aufgeteilt wird, dass mit jedem Anteil das <em>Sondereigentum an einer Wohnung<\/em> (oder nicht zu Wohnzwecken dienende R\u00e4ume) verbunden ist. <em>Wohneigentum<\/em> besteht ewig.<br \/>\nGenehmigungsunterlagen: Aufteilungsplan, Abgeschlossenheitsbescheinigung<br \/>\n<strong>Einr\u00e4umungsvertrag<\/strong> (\u00a7 3 WEG): Das bestehende Miteigentum (Bruchteileigentum nach BGB) an einem Grundst\u00fcck kann durch Vertrag in der Weise beschr\u00e4nkt werden, dass jedem Miteigent\u00fcmer das Sondereigentum an einer bestimmten Wohnung (oder nicht zu &#8230;.) einger\u00e4umt wird.<br \/>\n<strong>Verj\u00e4hrungsfrist<\/strong> bei Grundst\u00fccksgesch\u00e4ften 10 Jahre (\u00a7 196 BGB; wegen Vermessung, Katastereintragung, Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt zur Grunderwerbssteuer usw.). Bei R\u00fcck\u00fcbertragung gilt \u00fcbliche Verj\u00e4hrungsfrist von 3 Jahren.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Sonstiges<br \/>\n<\/span><strong>Immobilienfonds<\/strong>: Anlage von Kapital in Immobilien. Bei den <em>geschlossenen<\/em> Fonds ist die Zahl der Anleger begrenzt, bei den <em>offenen<\/em> nicht.<br \/>\n<strong>Hofstelle<\/strong>: Geb\u00e4ue, die einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen mit mind. einem Geb\u00e4ude, welches ein landwirtschaftliches Wohngeb\u00e4ude ist.<br \/>\n<strong>Beleihungsauslauf<\/strong>: Verh\u00e4ltnis Fremdkapital (Finanzierungskredit) zu Beleihungswert.<br \/>\n<strong>Grunderwerbskosten<\/strong> (Nebenkosten, ca. 15%): alle beim Erwerb eines Grundst\u00fccks anfallenden Kosten, wie Grunderwerbssteuer, Gerichts- und Notargeb\u00fchren, Gutachterkosten, Maklerprovision, Bodenuntersuchungen. Wirken sich nicht auf den VKW aus. Werden bei Renditebetrachtungen (z.B. Ermittlung der Preisobergrenze) und Mietgestaltungen ber\u00fccksichtigt. Sie sind <em>nicht<\/em> Bestandteil des Nettokaufpreises und vom K\u00e4ufer zu zahlen. Steuerlich k\u00f6nnen sie bei eigengenutzten Immobilien vor Bezug abgesetzt werden.<br \/>\n<strong>Kaufvertrag<\/strong>: darf keine unzul\u00e4ssigen Klauseln enthalten. Nebenabreden f\u00fchren zur Nichtigkeit des Vertrages (z.B. Angabe eines geringeren Kaufpreises um weniger Grunderwerbssteuer zu zahlen, oder Gl\u00e4ubiger leer ausgehen zu lassen. Der K\u00e4ufer macht sich der Steuerhinterziehung schuldig, der Verk\u00e4ufer der Beihilfe).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bodenwert: Der Wert eines Grundst\u00fcckes bestimmt sich unter Ber\u00fccksichtigung der Lage und der Nutzbarkeit danach, welchen Wert der gew\u00f6hnliche Gesch\u00e4ftsverkehr dem Boden beimisst. Nicht ber\u00fccksichtigt werden sonstige wertrelevante Umst\u00e4nde, wie z.B. 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